„Die epidemiologischen Daten des Robert Koch-Instituts zeigen, dass in Deutschland die HIV-Neudiagnosen von 2006 auf 2007 um 4 Prozent zugenommen haben (von 2.643 auf 2.752)“, betonte Gesundheitsministerin Christine Clauß.
Dabei ist der Anstieg bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), überproportional. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Zum einen kam es als Ergebnis einer zielgruppenspezifischeren und intensiveren Prävention zu einer verstärkten Nachfrage nach dem HIV-Test. Dies trug vor allem bei den besonders gefährdeten MSM dazu bei, dass mehr vorhandene Infektionen entdeckt werden. Zum anderen nehmen in den letzten Jahren andere sexuell übertragbare Krankheiten (STD) wie z.B. Syphilis, Gonorrhö oder Chlamydien kontinuierlich zu. Sobald eine STD-Infektion vorliegt, steigt die Übertragungswahrscheinlichkeit von HIV pro Sexualkontakt um ein Mehrfaches. Nicht zu vergessen ist auch, dass die Zahl der Menschen, die mit HIV (über)leben, jährlich um rund 4 Prozent steigt. Gerade in den Gefährdetengruppen nimmt damit die Wahrscheinlichkeit zu, bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr auf einen HIV-positiven Menschen zu treffen. Außerdem hatte das schlechtere Schutzverhalten bei Teilgruppen mit potentiell riskanten Verhaltensweisen zu einem erhöhten Infektionsrisiko geführt. „Das Sächsische Staatsministerium für Soziales setzt daher neben der Umsetzung des gemeinsam mit dem Landesarbeitskreis Aids-Prävention erarbeiteten Sächsischen Aktionsprogramm zur HIV/Aidsbekämpfung auf die Bereitstellung einer angemessenen Summe an Fördergeldern für Präventionsprojekte und eine intensive Öffentlichkeitsarbeit“. Aus diesem Grund nimmt Staatsministerin Christine Clauß den diesjährigen Welt-Aids-Tag zum Anlass, zum dritten Mal Personen, die auf dem Gebiet der Aids-Prävention bzw. der Betreuung HIV-Infizierter und Aidskranker vorbildhaft aktiv sind, die Ehrenmedaille „Für herausragende Leistungen im Kampf gegen HIV und Aids“ zu verleihen . Die (nicht dotierte) Verleihung der Aids-Ehrenmedaille soll als öffentliche Anerkennung von herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der HIV/Aids-Prävention und Betreuung Betroffener dienen und zeigen, dass das Engagement auf diesem Gebiet in der Politik der Sächsischen Staatsregierung ein hohes Ansehen genießt. Geehrt wurden zur Festveranstaltung am 29.11.2008 in Dresden neben aktiven Persönlichkeiten wie Pfarrer Tilmann Krause vom Evangelisch-Lutherisches Missionswerk Leipzig, den für die Aids-Hilfen Dresden bzw. Chemnitz engagiert tätigen Ehrenamtlern Sylvia Urban und Alexander Niehardt, Schwester Gisela Walther von der Immunschwächeambulanz des Universitätsklinikums Dresden auch das gemeinsame Männerpräventionsprojekt der Aids-Hilfe Dresden und des Gesundheitsamtes Dresden („www.pflege-deinen-schwanz.de“ ).