Hochwasserentlastungsstollen an der Talsperre Klingenberg in Betrieb

Nach dreieinhalb Jahren Bauzeit hat Umweltminister Frank Kupfer heute (27. November 2008) den Hochwasserentlastungsstollen an der Talsperre Klingenberg freigegeben. „Mit der Inbetriebnahme des Stollens kann nun die „heiße“ Phase der Sanierung an der Talsperre beginnen“, so Kupfer. Für die grundlegende Instandsetzung der einhundert Jahre alten Staumauer muss die Talsperre entleert werden. Damit die Trinkwasserversorgung des Großraums Dresden auch während dieser Zeit sichergestellt ist, hat die Landestalsperrenverwaltung (LTV) ein System zur Ersatzwasserversorgung aufgebaut. Ein Überleitungssystem bringt Wasser von der Talsperre Rauschenbach bis zum Hochwasserentlastungsstollen der Talsperre Klingenberg. Die so bereitgestellte Menge reicht aus, um das Wasserwerk Klingenberg zu beliefern. Für die Versorgung der Landeshauptstadt Dresden wird in der Vorsperre das Wasser der Wilden Weißeritz angestaut. Durch den Hochwasserentlastungsstollen wird das Rohwasser aus der Vorsperre um die später entleerte Talsperre herumgeführt und am Fuß der Staumauer an die beiden Versorgungsunternehmen (DREWAG, Wasserversorgung Weißeritzgruppe) übergeben. Bis Ende 2012 sollen die Sanierungsarbeiten abgeschlossen und die Betriebsbereitschaft der Talsperre wieder hergestellt werden. Die neue Vorsperre und der Hochwasserentlastungsstollen verbessern dann die Hochwasserschutzwirkung und die Bewirtschaftungsmöglichkeiten der Talsperre. Rund 64 Millionen Euro müssen investiert werden, um die Talsperre für weitere 80 bis 100 Jahre nutzen zu können. „Sachsens größter Talsperrenbetreiber, die LTV, hat für solche Projekte das nötige Know How und nutzt Synergieeffekte“, lobte Kupfer. Damit könne auch weiterhin eine stabile Trinkwasserversorgung für die Region garantiert werden. Hintergrundinformationen zur Talsperre Klingenberg: • Die Talsperre Klingenberg ist eine Trinkwassertalsperre im Erzgebirge südwestlich von Dresden. • Sie sichert 60 % des Wasserbedarfes der Stadt Dresden und fast vollständig den Bedarf des Trinkwasserzweckverbandes Weißeritzgruppe mit der Stadt Freital. • Die Bruchsteinmauer mit gekrümmter Achse wurde zwischen 1908 und 1914 erbaut. • Die Talsperre Klingenberg bildet mit der in den Jahren 1926 – 1931 errichteten Talsperre Lehnmühle das Talsperrensystem Klingenberg/Lehnmühle. • Die Talsperre Klingenberg dient neben der Rohwasserbereitstellung dem Hochwasserrückhalt und der Niedrigwasseraufhöhung. • Mit einer Überleitung aus dem Talsperrensystem Rauschenbach/Lichtenberg kann seit 2004 Rohwasser bis zur Vorsperre Klingenberg geleitet werden. • Die Talsperre Klingenberg steht heute unter Denkmalschutz. Ablauf der Sanierung: • 1996: Erste Voruntersuchungen für die Planung der Talsperrensanierung • 2002: Augustflut beschädigte den Hochwasserüberlauf an der Sperrmauer in Klingenberg, die Sanierungsplanung wird noch einmal überarbeitet • 2005: Beginn der Arbeiten für den Tunnel; Erneuerung der Vorsperre, die 2002 beschädigt worden ist • 2009: Entleerung der Hauptsperre und Sanierung der Hauptsperrmauer

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